Heim[at]office Brandenburg

Community Building und Unternehmensbegleitung für Remote-Arbeit in Brandenburgs Regionen Während des ersten Partnertreffens, das am 20.08.2020 im Coconat in Klein Glien, Bad Belzig stattfand, kamen Vertreter der Stadt Bad Belzig, der Gemeinde Wiesenburg/Mark, des Smart Village e.V., des Coconat, des Netzwerks Zukunftsorte und des KoDorfs zusammen, um die ersten Schritte im Projekt zu besprechen. Das Feedback zu der geplanten Projektstruktur und den Zielen des Projekts war insgesamt sehr positiv. Die Partner erklärten sich einverstanden mit den Projektinhalten und geplanten Aktivitäten. Sie wünschten sich zudem regelmäßige Partnertreffen alle zwei Monate und regelmäßige Updates. Inhaltlich wurde über mögliche Verbindungen zu lokalen Akteuren und Unternehmen in der Region Fläming gesprochen und es wurden erste Kontakte gesammelt und die anstehenden Aktivitäten besprochen.

Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB)

Peter Eulenhöfer

Peter Eulenhöfer

Bereichsleiter Arbeit, Energie, Gründung und Internationalisierung

Details

Europäischer Sozialfonds / Land Brandenburg

Richtlinie Soziale Innovation

Problem

Probleme in Unternehmen: Die technischen Voraussetzungen für das ortsunabhängige Arbeiten sind bereits heute weitestgehend vorhanden. Die rechtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen hinken der technischen Entwicklung jedoch hinterher. Während Freiberufler und Digitalnomaden “New Work” vorleben und Industrieunternehmen viel Zeit und Geld darauf verwenden, den Sprung in die Arbeitswelt 4.0 zu schaffen, fehlt es gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen noch häufig an praktikablen Ansätzen, um organisationsbezogene und technische Lösungen für ortsunabhängiges Arbeiten sinnvoll umzusetzen. Dieser Zustand ist besonders problematisch, weil vor allem KMU derzeit den Fachkräftemangel zu spüren bekommen. Homeoffice und Remote-Work-Angebote könnten bei der Fachkräftegewinnung helfen, doch das Knowhow ist klein und die Skepsis entsprechend groß. Probleme für Arbeitnehmer: Darunter leiden aber nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Deutschlandweit würden rund 40% von ihnen gern zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten. De facto profitierten vor der Corona-Krise aber nur rund 11% von dieser Möglichkeit* - und das, obwohl nach Schätzungen des DIW rund 40% aller Berufe und fast 70% aller akademischen Tätigkeiten eigentlich digital verrichtet werden könnten. Gleichzeitig ziehen Jobsuchende die Möglichkeit, vollkommen remote zu arbeiten, nur selten in Betracht: zu schwer auffindbar die entsprechenden Stellenanzeigen und zu groß die Angst vor beruflicher Benachteiligung und sozialer Isolation. Für viele Berufstätige bedeutet die noch immer vorherrschende Präsenzkultur deshalb, jedem neuen Job in die nächste Stadt hinterherzuziehen oder - will man den Wohnort nicht wechseln - tägliches Pendeln. Die Belastungen für Umwelt und Verkehrsinfrastruktur sind groß, und es bleibt weniger Zeit für Familie, Freizeit oder Ehrenamt. Probleme in ländlichen Regionen: In unserer Wissensgesellschaft, in der die meisten Arb

Ziel und Ansatz

Digitale Remote-Arbeit bietet großes Entwicklungspotenzial für ländliche Regionen. Wenn sie vor Ort in Gemeinschaften verankert ist, kann sie nicht nur die Fachkräftegewinnung in Unternehmen erleichtern, sondern auch die Abwanderung von Fachkräften bremsen und digital arbeitende Zuzügler und Rückkehrer anziehen. Zielstellung des Projekts ist es daher zum einen Beschäftigungsmöglichkeiten in ländlichen Brandenburger Regionen zu schaffen und zum anderen Remote-Arbeit lokal in den Gemeinden zu verankern. Das Modellprojekt soll Brandenburger Unternehmen dabei unterstützen, Fachkräfte öfter als bisher remote einzustellen und Jobsuchenden helfen Remote-Jobs als lokale Karrieremöglichkeit in Brandenburg wahrzunehmen. So wird berufsbedingter Pendelverkehr reduziert, mittelfristig das Fachkräfteangebot im Land erhöht und dem demographischen Wandel in peripheren Regionen aktiv entgegengewirkt. Das Modellprojekt ist dabei der Investitionspriorität 1 der Richtlinie zuzuordnen und geht für Brandenburg gleich drei der vier beschäftigungspolitischen Herausforderungen an, die dazu in der Richtlinie benannt werden. Die unternehmensbezogenen Maßnahmen wirken sich direkt positiv auf die Fachkräftesicherung in Unternehmen (Herausforderung II) in Brandenburg aus. Die arbeitnehmerbezogenen Maßnahmen leisten einen direkten Beitrag gegen Rückgang und Alterung der Bevölkerung, insbesondere in den peripheren ländlichen Gebieten (Herausforderung I) in Brandenburg: potenziellen Zuzüglern und Rückkehrern werden durch Remote-Arbeit neue berufliche Optionen in ländlichen Gebieten aufgezeigt. So wird ein Zuzug für viele erst möglich. Bereits ortsansässige Brandenburgerinnen und Brandenburger müssen gar nicht erst gehen, wenn wieder ein Jobwechsel ansteht. So wirken sich auch die arbeitnehmerbezogenen Maßnahmen mittelfristig positiv auf das Fachkräfteangebot in Brandenburgs Regionen aus und tragen ebenfalls zur weiteren Fachkräftesicherung in regionalen Unternehmen bei. Die arbeitsmarkt- und arbei

Ergebnisse und Werte

Zunächst soll in einer ersten Phase in einem ersten Arbeitspaket im “Smart Village” in Bad Belzig und Wiesenburg eine erste modellhafte Remote-Work-Community nach dem Grow Remote-Konzept aufgebaut werden. Auf dieser Basis soll ab 2021 die Phase 2 des Projekts beginnen: die Skalierung des Konzepts auf andere Brandenburger Regionen. Im Verlauf der zweijährigen Projektlaufzeit soll so im ländlichen Raum in Brandenburg ein gut vernetztes und weitläufiges Innovationsökosystem für Remote-Arbeit entstehen. Brandenburger KMU sollen wichtiges grundlegendes Wissen und erste positive Erfahrungen mit Remote-Arbeit gesammelt haben. Erste offene Stellen sollen hierbei durch Remote-Arbeiter besetzt werden. Remote arbeitende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Brandenburg wiederum sollen von dem neuen Netzwerk erfahren haben und sich bei Wunsch und Bedarf mit anderen Remote- und Digitalarbeitern vernetzt haben. Sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer sollen durch die Bildungsangebote und OER-Materialien des Modellprojekts ein besseres Verständnis für die Erfolgsbedingungen von Remote-Arbeit und praktisches Wissen für die Anwendung in ihren eigenen Organisations- und Arbeitsweisen erlangt haben. Brandenburgerinnen und Brandenburger, Rückkehrerinnen und Zuzügler sollen die Angebote der neuen Jobbörse kennen und nutzen, sodass neue Remote-Arbeitsplätze in Brandenburg hinzukommen und wieder mehr Fachkräfte in die peripheren Regionen Brandenburgs ziehen. Dazu sollen die Remote-Work-Safaris (Towntaster) einen analogen Beitrag leisten. Mit interessierten Brandenburger Gemeinden sollen nach dem Vorbild des Summer of Pioneers zudem Angebote für das Landleben und -arbeiten auf Probe vorbereitet werden (die jedoch außerhalb des Modellprojekts umgesetzt werden). Das Modellprojekt richtet sich an drei Zielgruppen: Unternehmen, Arbeitnehmer und ländliche Kommunen bzw. Landkreise mit ihren jeweiligen Wirtschaftsförder- und Regionalentwicklungsgesellschaften. Sie alle stehen vom Modellprojekt